2020

17.09.2020 – 25.10.2020

Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6
10179 Berlin

Wir leben auf und mit dem Boden. Er ernährt uns und kühlt die Atmosphäre. Wir brauchen ihn zum Wohnen, nutzen ihn in der Freizeit und für die Arbeit — ohne freien Zugang zum Boden ist unser Wirtschaftsmodell nicht denkbar. Seit der Weltfinanzmarktkrise ändert sich dies merklich. Da sich konservative Geldanlagen nicht mehr rentieren, haben sich unsere Böden zu begehrten, international nachgefragten Anlageobjekten entwickelt. Steigende Mieten sind ein Symptom dafür, aber im Kern stehen unsere Soziale Marktwirtschaft und unser Gemeinwesen auf dem Spiel. In der Ausstellung werden 30 Aspekte der Bodenfrage in den Teilbereichen Klima, Ökonomie und Gemeinwohl beleuchtet. Es werden Querbezüge hergestellt und Lösungsansätze für eine der dringlichsten Fragen unserer Zeit aufgezeigt.

Kurator: Stefan Rettich
Co-Kurator*innen: Anna Kraus, Thomas Rustemeyer, Sabine Tastel

Grafik / Szenografie: Anna Kraus, Thomas Rustemeyer
Redaktion: Christian Holl, Stefan Rettich, Sabine Tastel

Digitale Führung durch die Ausstellung:

Ein Film von Fred Plassmann / OFFscreen.de

Die Ausstellung wurde in mehreren Seminaren an der Universität Kassel vorbereitet von Dominik Brand, Tabea Bühler, Rudi Dück, Anastasia Fischer, Yinan Ge, Emily Georg, Thimo Gerth, Anna-Karina Leathers, Qi Li, Xueying Li, Sebastian Obstfeld, Janke Rentrop, Verena Schindler, Nils Stoya, Merlin Stuve, Rong Wang, Tianying Wang, Leonard Weiß & vorhergehende Seminare.

Ein Projekt der Universität Kassel (Fachgebiet Städtebau) in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) – gefördert im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

 
07.09.2020, 19:00 Uhr

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Covid-19 has been spreading across the globe, a worldwide pandemic that reshaped our urban environment, driving tectonic shifts in cities and communities. Experiencing similar challenges, both Berlin and Tel Aviv implemented ad-hoc strategies designed to address the evolving situation: first, the shift of social interactions into private and digital realms; and in recent months, the massive public protests against police brutality, social inequality, and controversial government policy.

Urban planners and architects play an increasingly significant role in studying the resilience of urban space and its political and social implications; how can we adapt cities to the ongoing challenges? How can we comply with the requirement to maintain physical distance while ensuring public access, supporting social action, enabling participation, and empowering the people?

Join Naama Riba, architecture journalist at Haaretz, and Doris Kleilein, director of the architectural publishing house JOVIS, for an online discussion about these issues.


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Mehr Informationen zum Liebling Haus in Tel Aviv: www.whitecitycenter.org

 
05.09.2020 – 29.09.2020

BDA Galerie
Mommsenstraße 64
10629 Berlin
&
Krahmerstraße
12207 Berlin

Ausstellung in der BDA Galerie Berlin und der Krahmerstraße in Berlin Lichterfelde

© Ludwig Heimbach
© Ludwig Heimbach

Welchen Stellenwert hat die Architektur der Nachkriegsmoderne für die Gesellschaft? Welche Rolle spielt in den Debatten um Erhalt, Weiterbau und Rückbau das Thema Ressourcenökonomie? Ausgehend von diesen Fragen wendet sich die BDA Galerie in ihrer Ausstellung Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin zwei bedrohten Baudenkmalen und Ikonen der Nachkriegsmoderne zu, die landläufig dem „Brutalismus“ zugeordnet werden: die Zentralen Tierlaboratorien der FU Berlin (1967-1981) von Gerd und Magdalena Hänska  – der sog. „Mäusebunker“– und das gegenüber liegende und unterirdisch mit dem Mäusebunker verbundene „Hygieneinstitut“ (heute: Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, 1967-1974) von Fehling+Gogel.

Für die Schau wird in den Ausstellungsräumen des BDA Berlin ein „Studierzimmer“ mit umfangreichen Informationen zu den beiden Bauten und zum gegenwärtigen Stand der Debatte um ihre Zukunft eingerichtet. Die Eröffnung in der BDA Galerie findet am 5. September 2020 von 13 bis 18 Uhr in Anwesenheit des Kurators Ludwig Heimbach statt. Begleitend lädt die BDA Galerie zum Screening des Films Mäusebunker von Lothar Hempel in das Kino Filmkunst 66 ein. Den Abschluss bildet die Podiumsdisussion „Zu wahr um schön zu sein?“ vor Ort im Kurssaal des Hygieneinstituts.

Die Ausstellung rückt die beiden Bauten exemplarisch für ihre Entstehungszeit und den Entstehungsort West-Berlin in den Fokus und soll die aktuelle Diskussion um Fortbestand und Weiternutzung beflügeln.
Dies geschieht an zwei Ausstellungsorten:

Krahmerstraße Berlin-Lichterfelde:
Hier präsentieren sich die beiden Bauten im Maßstab 1:1 und sind von außen erlebbar: in ihrer städtebaulichen Einbindung und Ensemblewirkung im Kontext mit dem Dorfanger und Schlosspark Lichterfelde, dem Wohnbau Hindenburgdamm/Krahmerstraße der Architekten Sobotka Müller und dem Teltowkanal, sowie in ihrer Unterschiedlichkeit der Architekturauffassung und vor allem in ihrer skulpturalen Virtuosität und Prägnanz.

Studierzimmer BDA-Galerie:
Das Studierzimmer präsentiert die in der äußeren Präsenz der Bauten nicht unmittelbar ablesbaren Qualitäten der Bauten der Öffentlichkeit:
Hier kann sich der Besucher in die Arbeit der BDA-Mitglieder G+M Hänska und Fehling+Gogel vertiefen. Präsentiert werden Originalmaterialien aus den Nachlässen und anderen bauzeitlichen Unterlagen, die größtenteils erstmals öffentlich gezeigt werden.
Das weitgehend nicht zugängliche Innere der Bauten lässt sich anhand der ausgestellten aktuellen Fotografien von Kay Fingerle erleben. Dazu werden die Gebäude auch in weiteren künstlerischen Aneignungen u.a. von Lothar Hempel, Julian Rosefeldt und Farao/Irrum, gezeigt.

Das Studierzimmer assoziiert Kontexte und kulturelle Implikationen sowie Überformungen von Cyberpunk, Stealth- und Soft Edge-Design zu Bunkerarchäologie, Landschaftlichkeit und „Ästhetik des Unheimlichen“ mit den Baudokumenten der Entstehungszeit.
Auch der aktuelle Diskussionsprozess um die Zukunft der Bauten wird im Studierzimmer dokumentiert. Dabei sollen Fragen aufgeworfen werden wie:
Wieviel und welcher architektonische Substanzerhalt ist notwendig, um die kulturelle Identität zu erhalten und fortzuschreiben?
Welcher Wert wird Baudenkmalen aus der Zeit einer an den Kriegsereignissen gebrochenen heroischen Moderne beigemessen, während an anderer Stelle derzeit mutlose Schein-Denkmale (wieder)errichtet werden?
Welche Rolle spielt Ressourcenökonomie in den Debatten um Erhalt, Weiterbau und Rückbau?

Das Studierzimmer zur Ausstellung in der BDA Galerie ist vom 5. bis 29. September jeweils montags bis donnerstags 10 – 15 Uhr geöffnet.

Begleitend zur Ausstellung wird am 13. September um 12.30 Uhr der Film Mäusebunker von Lothar Hempel im Kino Filmkunst 66 zum Gallery Weekend gezeigt.

Zur Finissage findet am 29. September um 18 Uhr die Podiumsdiskussion Zu wahr, um schön zu sein? (Un)möglichkeiten der Weiternutzung von Mäusebunker und Hygieneinstitut im Kurssaal des Hygieneinstituts statt.

Eine bestätigte Anmeldung zu diesen Veranstaltungen ist aufgrund der derzeitigen Hygienevorschriften erforderlich. Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Plätze begrenzt ist. Den Link zur Anmeldung finden Sie unter:
Screening Mäusebunker
Podiumsdiskussion zur Finissage


Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin
Architekturen von G+M Hänska ⁄ Fehling+Gogel
Kurator: Ludwig Heimbach, Mitglied des Kuratoriums der BDA-Galerie

Eröffnung in der BDA Galerie:
05.09.2020, 13 – 18 Uhr in Anwesenheit des Kurators der Ausstellung Ludwig Heimbach

Ausstellung
05.09. – 29.09.2020
Öffnungszeiten Studierzimmer in der BDA Galerie
Montag – Donnerstag 10 – 15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Screening
Mäusebunker
13.09.2020, 12.30 Uhr im Kino Filmkunst 66

Podiumsdiskussion zur Finissage
Zu wahr, um schön zu sein?  (Un)möglichkeiten der Weiternutzung von Mäusebunker und Hygieneinstitut
29.9.2020, 18 Uhr im Hygieneinstitut

 
31.08.2020, 20:00 Uhr

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Have you heard about Julius Posener, Tel Aviv’s original architectural theorist? Posener, a pioneer of modernist architecture in Israel, was a member of the Architects Circle and editor-in-chief of its magazine, Habinyan. Celebrating the launch of Typisch Posener, a book dedicated to Posener’s life and extensive work, we host a discussion with the author, Katrin Voermanek, Dr. Zvi Efrat, and Dr. Edina Meyer-Maril, one of Posener’s students in Berlin.


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Mehr Informationen zum Liebling Haus in Tel Aviv:
www.whitecitycenter.org


 

Arabeske Landschaften Kamel Louafi

Ausstellung & Online-Diskussion

19.08.2020, 18:00 Uhr

Ausstellung und
Online-Diskussion

In seinen Gärten und Parks verschmelzen westliche und östliche Kunst, Architektur und Gartenkultur. Es sind kleine Paradiese, die durch die Interpretation von Arabesken und Broderien entstehen. Der international renommierte Gartenarchitekt Kamel Louafi eint dabei selbstsicher die Kulturen des Orients und des Okzidents.

„Arabeske Landschaften“ ist eine kalligrafische Kunst-Installation, die die Schönheit des Ornaments zeigt – und fordert.

Das digitale Raumgeflüster: Mittwoch, 19. August 2020, 18 Uhr

Ausstellung „Arabeske Landschaften – Kamel Louafi“
In: Die Raumgalerie / Architekturforum Stuttgart
Laufzeit: noch bis 10. Oktober 2020
www.dieRaumgalerie.de

 


Livestream auf Youtube:

 
11.08.2020, 19:00 Uhr

Le Corbusier entwarf für die Interbau 1957 ein Wohnhochhaus nach dem Vorbild seiner ersten »Wohnmaschine« in Marseille. Für den riesigen Bau fand sich ein Platz außerhalb des Hansaviertels.

Live aus dem Courbusierhaus stellt Bärbel Högner gemeinsam mit Wolfgang Köhler ihr Buch „Le Corbusier: Unité d’habitation »Typ Berlin«“ vor, das die besondere Geschichte der Charlottenburger Unité d’habitation und ihre eigenwilligen Qualitäten würdigt. Die Teilnahme ist kostenfrei.


Zum Nachsehen auf Youtube:

 
19.06.2020, 20:00 Uhr

Lange Nacht der Ideen — MENSCHEN BEWEGEN

Globale Krisen formen den öffentlichen Raum. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich das Leben weitgehend ins Private und Digitale verlagert. Es wird wohl noch lange dauern, bis sich U-Bahnen und Konzerthallen wieder füllen, gleichzeitig gehen Hunderttausende auf die Straßen, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu protestieren. Wie muss sich der öffentliche Raum verändern, um gesellschaftliche Teilhabe und Abstand zu vereinbaren; um das Leben mit wiederkehrenden Krisen sozial verträglich zu gestalten? Die Resilienz von Räumen beschäftigt zunehmend Akteure in Stadtplanung und Architektur.

Thomas Mann Fellows Doris Kleilein und Friederike Meyer sprechen mit Oliver Elser und Felix Weisbrich über die Bilder und Ereignisse der vergangenen Monate und fragen nach ihrer Bedeutung für den öffentlichen Raum.


Die Aufzeichnung ist auf dem Youtube-Kanal des Thomas Mann House zu finden:



Oliver Elser
ist Kurator am Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main. 2016 war er Kurator von „Making Heimat“, dem Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale von Venedig. Am DAM hat er Ausstellungen zum Brutalismus, zur Postmoderne, über Architekturmodelle im 20. Jahrhundert und zu Simon Ungers kuratiert. 2012/13 war er Vertretungsprofessor für Szenografie an der Fachhochschule Mainz. Als freier Kurator konzipierte er mit Michael Rieper die Ausstellung „Housing Models: Experimentation and Everyday Life“ (Wien, Sofia und Belgrad). Seit 1999 entstand mit dem Künstler Oliver Croy das Projekt „Sondermodelle“, zuletzt präsentiert 2013 auf der Kunstbiennale in Venedig im „Palazzo Enciclopedico“.

Doris Kleilein ist Architektin, Autorin und seit 2018 Leiterin des Architekturbuchverlags JOVIS in Berlin. Nach dem Architekturstudium in Berlin und Winnipeg war sie Mitbegründerin des Architekturbüros bromsky und arbeitete als freie Autorin mit Schwerpunkt Architektur, Stadt und Politik für Radio, Print und Online. Von 2005 bis 2018 war sie Redakteurin der Architekturfachzeitschrift Bauwelt, wo sie vorwiegend zu neuen Wohnmodellen, Stadtentwicklung und den Auswirkungen von Migration auf Architektur und Städtebau publiziert hat. In Kooperation mit dem Ballhaus Naunynstraße kuratierte sie performative Parcours im Stadtraum. 2014 wurde sie in den Fachfrauenbeirat der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt berufen.

Friederike Meyer ist Architekturjournalistin in Berlin. Ihr Interesse gilt der Schnittstelle von Architektur, Stadtentwicklung und Gesellschaft. Sie studierte Architektur an der RWTH Aachen und als DAAD-Stipendiatin an der University of Washington in Seattle. An der Evangelischen Medienakademie in Berlin wurde sie zur Journalistin ausgebildet und arbeitet seither als Autorin, Moderatorin und Jurorin. In Kaiserslautern lehrt sie Architekturkommunikation. Von 2000 bis 2017 war sie Redakteurin der Architekturfachzeitschrift Bauwelt. Seit 2017 ist sie Chefredakteurin der Meldungsredaktion von BauNetz.

Felix Weisbrich ist Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Friedrichshain-Kreuzberg und gilt als Mann hinter den Berliner Pop-Up-Radwegen, die innerhalb kürzester Zeit während der ersten Corona-Monate aufgebaut wurden. Der studierte Forstwissenschaftler arbeitete in unterschiedlichen Funktionen in der Forstverwaltung Mecklenburg-Vorpommerns, zuletzt als Forstpolitikreferent im Landwirtschaftsministerium in Schwerin.

Eine Veranstaltung von Thomas Mann House, Deutsches Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main, JOVIS Verlag und dem Online-Magazin BauNetz Media im Rahmen der Langen Nacht der Ideen 2020 des Auswärtigen Amtes.



Das Auswärtige Amt und seine Partner laden Sie ein, an der fünften „Langen Nacht der Ideen“ teilzunehmen. Wie kann die Kultur auch in Zeiten von Corona ihre zentrale Rolle spielen? Wie kann sie auch in Krisenzeiten ihre eigene, einzigartige Kraft entfalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die „Lange Nacht der Ideen“, die am 19. Juni stattfindet – und zum ersten Mal komplett virtuell.

 

100 Jahre Regionalverband Ruhr

Jubiläum und Buchpräsentation

05.05.2020

Regionalverband Ruhr
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen

Präsentation des Programm- und Zukunftsbuch zum 100-jährigen RVR-Jubiläum am 5. Mai 2020. von links: Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Deutsches Institut für Stadtbaukunst - TU Dortmund; Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin; Nina Frense, RVR-Beigeordnete Umwelt, Dr. Dieter Nellen, Publizist und Markus Schlüter, RVR-Beigeordneter Wirtschaft. Foto: RVR/Wiciok

Der Regionalverband Ruhr (RVR) feierte am 5. Mai seinen 100. Geburtstag. Die Geschichte des Verbandes ist unmittelbar mit den Geschicken einer ganzen Region verknüpft: Aus dem einstigen Ruhrkohlenbezirk wurde erst das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet, dann das Ruhrgebiet - und nun die Metropole Ruhr.

Diese Entwicklung und die Rolle des RVR zeichnet die Publikation Vom Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr nach, an der rund 50 Autoren mitgewirkt haben. Herausgeber sind Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Dieter Nellen und Wolfgang Sonne. Als Programm- und Zukunftsbuch zeigt die Publikation die Tätigkeit des RVR bei regionalstaatlicher Planung und Leitprojekten für die Region. Dazu zählen die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park und die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. In der Tradition dieser erfolgreichen regionalen Großprojekte steht auch die IGA Metropole Ruhr 2027.

 

Das gelobte Land der Moderne

Virtuelle Ausstellung

25.03.2020

Gustaf Dalman hielt nicht viel von Knipsern. Wenn der deutsche Palästinakundler ab 1899 zwischen Aleppo und Alexandria unterwegs war, ließ er sich Zeit. Er beobachtete, griff zum Notizbuch und zur Kamera: sachlich, stilvoll, immer auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber, sei es nun ein Mensch oder ein Klappspaten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 sammelte Dalman – in der nach ihm benannten Sammlung an der Universität Greifswald – rund 20.000 eigene und fremde Fotografien einer Kulturlandschaft auf dem Sprung zur Moderne.

GEMEINSCHAFT: links: Valentin Schwöbel: Wadi Rahabe, Nachtlager, wohl 1905 (Bild: Dalman-Sammlung Greifswald); rechts: Bernhard Schuler: Scharm el-Scheich, Lagerfeuer, Silvester 1976 (Bild: privat)GEMEINSCHAFT: links: Valentin Schwöbel: Wadi Rahabe, Nachtlager, wohl 1905 (Bild: Dalman-Sammlung Greifswald); rechts: Bernhard Schuler: Scharm el-Scheich, Lagerfeuer, Silvester 1976 (Bild: privat)

Dieser europaweit einmalige Bestand wird mit dem Projekt "Das gelobte Land der Moderne" von der Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann, Kustodin der Dalman-Sammlung, erstmals umfassend bildwissenschaftlich ausgewertet – und verglichen mit den Aufnahmen deutscher Reisender ab 1948, nach der Gründung des Staates Israel. Manche suchten hier mit der Kamera das Altertümliche, andere die Zeichen einer neuen Zeit. Quer durch die Jahrzehnte fügen sich die Fotografien heute zur vielschichtigen Topografie einer Region, die drei Weltreligionen und ungezählten Kulturgläubigen als heilig gilt.

ERINNERUNGSSTÜCKE: links: Foto Kempe (wohl): Getreide-Mahlgrade, wohl um 1933 (Bild: Dalman-Sammlung Greifswald); rechts: Martina Strehlen: Zahnpastatube, April 1986 (Bild: privat)ERINNERUNGSSTÜCKE: links: Foto Kempe (wohl): Getreide-Mahlgrade, wohl um 1933 (Bild: Dalman-Sammlung Greifswald); rechts: Martina Strehlen: Zahnpastatube, April 1986 (Bild: privat)

Einen ersten Blick auf das Projekt bietet die neue virtuelle Ausstellung, die das Dalman-Institut mit DDB Studio (Deutsche Digitale Bibliothek) umsetzen konnte.

Für Sommer 2020 ist die Herausgabe eines gleichnamigen Buchs im JOVIS Verlag sowie in der Folge eine analoge Ausstellung zum Thema geplant: im Max-Samuel-Haus Rostock sowie im Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald.


 

Online-Ausstellung

Homepage des Gustaf-Dalman Institutes mit einem Interview zum Projekt

 

architektur + analyse 7: Experiment Wohnbau

Buchvorstellung und Diskussion

23.03.2020

Mitschnitt vom 21.11.2019

Der weltweite Urbanisierungstrend und der damit einhergehende Mangel an bezahlbarem, zufriedenstellendem Wohnraum betrifft alle Industriestaaten – neben Berlin, Freiburg, oder Jena trifft es im Nachbarland ebenso mit Wien oder Graz auch österreichische Städte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lieferte dort der Wohnbau im Rahmen des sogenannten Modell Steiermark Lösungen zu dieser Herausforderung, indem experimentell mit innovativen Konzepten neue Maßstäbe für den Massenwohnungsbau gesetzt wurden.


Der Abend mit der Grazer Architektin und Wohnbauforscherin unternimmt den Versuch, den Wohnbau des Modell Steiermark zunächst geschichtlich in seiner politischen Voraussetzungen und in seiner Umsetzung aufzuarbeiten. Darüber hinaus erfährt dieser Wohnbau eine Beurteilung aus heutiger Sicht der Bewohner und Bewohnerinnen. Mittels einer empirischen Studie wurde der Grad der Wohnzufriedenheit erhoben. Hierfür wurden zu den partizipativ errichteten sozialen Wohnbauten benachbarte konventionell errichtete soziale Wohnbauten herangezogen und zeitgleich untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Grad der Wohnzufriedenheit in den partizipativen Wohnbauten im Vergleich zu den konventionellen Wohnbauten leicht erhöht ist. Ein wesentlicher Unterschied im Vergleich der beiden Wohnbautypologien zeigte sich in der sozialen Einbindung der Menschen in ihre Wohnumgebung. Die Ergebnisse der Studie anhand einer österreichischen Modellvergabe soll uns die Grundlage für ein stadtpolitisches Gespräch über die Vergabeverfahren der Stadt Berlin und partizipative Stadtentwicklung geben. So könnte die historische Aufarbeitung des Modells Steiermark beispielhaft zur Gestaltung und Ausformulierung zukünftiger städtischer Entwicklungen beitragen.


 

Hier geht es zum Mitschnitt der Veranstaltung vom 21.11.2019

https://www.helle-panke.de